Anderswo in Zürich ist mehr als ein Concept Store: Entdecke kuratiertes Design, Schweizer Marken und eine Oase der Langsamkeit.
Manchmal liegt das Besondere nicht im Zentrum, sondern genau daneben – einen Gedanken entfernt vom Alltäglichen, einen Schritt abseits der ausgetretenen Pfade. Mitten in Zürich gibt es einen Ort, der diesem Gefühl einen Namen gegeben hat: Anderswo. Ein Concept Store, geführt von Jacqueline Marty und Karin Müller, der weniger ein Geschäft als vielmehr eine Einladung ist, die eigene Vorstellung von Stil neu zu denken.
Schon der Name ist Programm. Anderswo – das klingt nach Fernweh, nach Orten, die noch nicht kartografiert sind, nach Ideen, die ihren eigenen Weg gehen. Wer die Räumlichkeiten an der Wildbachstrasse betritt, spürt sofort, dass hier jemand mit Bedacht ausgewählt hat. Es ist diese besondere Mischung aus Urbanität und Wärme, die den Raum durchzieht und Besucherinnen und Besucher augenblicklich in ihren Bann zieht. Hier geht es nicht um Masse, sondern um Momente – um Stücke, die Geschichten erzählen, bevor man sie überhaupt berührt hat.
Hinter dem Konzept steht eine klare Haltung, die man im gesamten Sortiment spürt. Neben ausgewählten internationalen Designern finden sich hier Kollektionen junger Schweizer Marken, die oft abseits des grossen Rampenlichts arbeiten. Diese bewusste Mischung schafft eine einzigartige Kuratierung, die sowohl Kennern als auch neugierigen Entdeckern gerecht wird. Der Concept Store versteht sich als Plattform für Design und Qualität – wobei diese Begriffe hier nicht als leere Worthülsen dienen, sondern täglich mit Leben gefüllt werden. Jedes Stück im Sortiment, sei es ein Kleidungsstück oder eine Vase, wurde nicht nur auf seine Ästhetik geprüft, sondern auch auf seine Haltung.
Diese Herangehensweise spiegelt eine tiefere Überzeugung wider: dass Individualität und Zeitlosigkeit keine Gegensätze sein müssen, sondern sich gegenseitig bedingen. In einer Zeit, in der Trends immer schneller kommen und gehen, setzt Anderswo auf eine beständige Ästhetik. Stücke, die heute gekauft werden, sollen auch in Jahren noch Freude bereiten – nicht weil sie modisch sind, sondern weil sie charaktervoll sind. Diese Philosophie zieht sich konsequent durch alle Bereiche, von den Kleidungsstücken bis zur Keramik.
Ein Einkaufserlebnis, das Zeit schenkt
Was den Besuch zu einem besonderen Erlebnis macht, ist die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt. Es gibt keinen Konsumdruck, keine aufdringliche Musik, keine hektische Betriebsamkeit. Stattdessen nimmt man sich Zeit – für Gespräche, für das Betrachten von Stoffen, für das Austesten von Formen. Diese Langsamkeit ist bewusst gewählt und wird von vielen als wohltuend empfunden. In einer Welt, die immer schneller zu werden scheint, ist ein Ort, der einem das Gefühl gibt, alle Zeit der Welt zu haben, ein kostbares Gut.
Mehr als ein Geschäft – eine Haltung
Wer sich auf das Konzept einlässt, merkt schnell, dass es hier um mehr geht als um den Erwerb von Objekten. Anderswo ist ein Ort, der zum Nachdenken anregt – über den eigenen Stil, über die Qualität der Dinge, die uns umgeben, und über die Art, wie wir konsumieren möchten. Die bewusst überschaubare Grösse des Ladens schafft dabei eine Intimität, die in der heutigen Einkaufswelt selten geworden ist. Man wird gesehen, erkannt und erinnert – nicht als Kundennummer, sondern als Mensch mit individuellem Geschmack.
Es zeigt sich, dass es den beiden Geschäftsführerinnen um mehr geht als um Verkauf – es geht um den Austausch, um Inspiration und um die Pflege einer Community von Gleichgesinnten, die Wert auf das Besondere legen. Diese Verbindung von Handel und Kultur ist es, die Anderswo zu einem Ort macht, den man nicht nur besucht, sondern den man in Erinnerung behält – und zu dem man gerne zurückkehrt.
Am Ende ist Anderswo vielleicht genau das, was der Name verspricht: ein anderer Ort. Ein Ort, an dem Individualität nicht nur toleriert, sondern gefeiert wird. Ein Ort, der beweist, dass Konsum auch eine Form der Selbstfürsorge sein kann. Wer sich darauf einlässt, findet möglicherweise mehr als nur ein neues Lieblingsstück – vielleicht ein Stück von sich selbst.
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Anderswo, aber mittendrin.



