In Zürich zeigt ein Laden, wie gebrauchte Outdoor-Ausrüstung zu neuem Leben erweckt wird – nachhaltig, stilvoll und mit Herz für die Berge.
Es gibt Momente, in denen die Berge uns rufen – und wir nicht anders können, als zu gehen. Die Jacke, die uns durch Stürme getragen hat, die Hose, die unzählige Aufstiege mitgemacht hat, die Schuhe, die jeden Stein zu kennen scheinen: Sie sind mehr als Ausrüstung. Sie sind Begleiter. Doch was geschieht, wenn sie uns nicht mehr passen oder gefallen? Genau hier setzt eine Idee an, die in Zürich längst zur Bewegung geworden ist – ein Ort, an dem Abenteuer nicht enden, sondern weitergegeben werden.

Was 2020 mit einer einfachen Überzeugung begann, ist heute ein lebendiges Beispiel dafür, wie bewusster Konsum und Leidenschaft für die Natur ineinandergreifen. Die Gründerin Isa – selbst leidenschaftliche Bergsportlerin - wollte zeigen, dass Secondhand im Outdoor-Bereich nicht nur nachhaltig, sondern auch hochwertig sein und erst noch Spass machen kann. Gemeinsam mit einem Team, das aus Überzeugung handelt, hat sie einen Raum geschaffen, in dem jede Faser eine Geschichte erzählt und jeder Gegenstand eine Zukunft verdient hat.
„Besser für die Umwelt, besser für's Portemonnaie" – das ist der Leitsatz, der sich durch alle Regale und Kleiderständer zieht. Jedes Teil wird sorgfältig geprüft, gereinigt, ggf. repariert und mit Herzlichkeit an die nächste Abenteurerin, den nächsten Wanderer weitergegeben. So wird aus einem nicht mehr gebrauchten Stück nicht nur ein Schnäppchen, sondern ein Statement gegen Fashion Waste – und für eine Welt, in der Ressourcen nicht verschwendet, sondern gewürdigt werden.
Mehr als nur Secondhand: Ein Ökosystem für Outdoor-Fans


Die Auswahl ist beeindruckend: Von der Hardshelljacke namhafter Marken bis zum Zelt für die nächste Nacht unter dem Sternenhimmel – hier findet sich alles, was das Herz für Bergsteigen, Wandern, Bike, Trailrunning, Camping oder Skitouren und Langlauf begehrt. Doch das Besondere liegt im Detail. Wer seine gebrauchte Ausrüstung vorbeibringt, erhält sofort Bargeld oder einen Store Credit – unbürokratisch, fair und ohne Wartezeit. Ein Modell, das Vertrauen schafft und den Kreislauf von Geben und Nehmen in Gang hält.
Zusätzlich setzt das Team auf Upcycling: Aus alten Kletterseilen entstehen Fussmatten, Necessaires oder Gürtel – Unikate, die Geschichten weitertragen. Dazu kommen Services wie ein Wasch- und Reparaturservice sowie ein Mietservice. Wer hier einkehrt, spürt: Das ist kein gewöhnliches Geschäft, sondern eine Community, die füreinander da ist – mit Fachwissen, Tipps und einer Portion Herzlichkeit, die man nicht kaufen kann.
Ein Team, das im Gleichschritt mit der Natur lebt
Hinter der Theke stehen Menschen, für die Draussensein nicht nur ein Hobby, sondern eine Passion ist. Da ist etwa Polona, die Extrembergsteigerin, oder Yanick, der seine Pausen am liebsten auf dem Trail verbringt. Leandra brachte ihr Know-how aus dem Militär mit, Noelani ihre kreative Nähkunst – und Stefanie sorgt mit viel Power dafür, dass sich jeder willkommen fühlt. Diese Mischung aus Erfahrung, Begeisterung und handwerklichem Geschick macht den Unterschied: Wer sich beraten lässt, bekommt nicht nur ein Produkt, sondern ein Stück Lebensgefühl.
Erst kürzlich wurde das Engagement mit dem Digital Commerce Award ausgezeichnet – in der Kategorie „Sustainable Business Model". Eine Bestätigung, die zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Verantwortung keine Widersprüche sein müssen.
Ein zweiter Gipfel beginnt mit einem Schritt
Besonders diesen Sommer haben wir erlebt, wie sich unsere Berge durch den Klimawandel verändern. Und genau deshalb muss sich auch die Art, wie wir uns für sie ausrüsten, wandeln. Inmitten von Zürich liegt ein Ort, der beweist, dass Nachhaltigkeit nicht Verzicht bedeutet, sondern Bereicherung: für den Geldbeutel, für die Umwelt und für all jene, die das nächste Abenteuer bereits geplant haben.
Wer also bereit ist, seinem nicht mehr gebrauchtem Equipment neues Leben einzuhauchen oder sich mit Liebe vorgetragenen Schätzen für kommende Abenteuer zu rüsten, findet hier einen Anlaufpunkt, der weit über den blossen Handel hinausgeht. Denn am Ende zählt nicht, was wir besitzen – sondern, was wir damit erleben und weitergeben. Und vielleicht ist genau das der schönste Gipfel, den es zu erklimmen gilt.
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