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Secondhand-Chic: Nachhaltige Styling-Tipps aus der Schweiz
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Secondhand-Chic: Nachhaltige Styling-Tipps aus der Schweiz

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Secondhand-Mode in der Schweiz ist nachhaltig und stilvoll. Entdecken Sie Tipps für Brockenhäuser, Flohmärkte und Kombinationen – starten Sie Ihren persönlichen Stil.

Stellen Sie sich vor: Sie tragen ein edles Seidenkleid aus den 70ern, das nur 30 Franken gekostet hat, und erhalten auf der nächsten Vernissage Komplimente für Ihren individuellen Stil. Gleichzeitig wissen Sie, dass dieses Kleidungsstück nicht auf einer Müllhalde in Afrika gelandet ist, sondern ein zweites Leben bekommt. Willkommen in der Welt des Secondhand-Chic – wo Nachhaltigkeit auf Luxus trifft und Ihr Kleiderschrank zur Bühne für Geschichten wird. In der Schweiz, einem Land mit ausgeprägtem Umweltbewusstsein und einer lebendigen Secondhand-Szene, ist dieser Trend längst mehr als ein Nischenphänomen. Er ist eine stilvolle Revolution, die beweist: Mode muss weder neu noch teuer sein, um begehrenswert zu wirken.

1. Warum Secondhand der neue Luxus ist

Der Begriff Luxus hat sich gewandelt. Früher stand er für Exklusivität und Neuwert, heute definiert er sich über Bewusstsein und Einzigartigkeit. Secondhand-Mode erfüllt beide Kriterien: Jedes Stück erzählt seine eigene Geschichte, und Sie tragen etwas, das niemand sonst im gleichen Kontext besitzt. Dazu kommt der ökologische Faktor: Jährlich landen in der Schweiz über 100'000 Tonnen Textilien im Abfall – eine erschreckende Zahl, die das Ausmass der Fast-Fashion-Krise verdeutlicht. Indem Sie Kleidung aus zweiter Hand kaufen, verlängern Sie deren Lebensdauer und reduzieren aktiv den Müllberg.

Die CO2-Bilanz ist beeindruckend: Ein einziges Kleidungsstück aus Secondhand spart durchschnittlich 2,5 kg CO2 im Vergleich zur Neuproduktion. Hochgerechnet auf einen gesamten Kleiderschrank summiert sich das schnell auf eine Tonne eingespartes Treibhausgas. Schweizer Secondhand-Läden wie der Brocki Zürich (an der Hohlstrasse) oder die Caritas Secondhand (mehrere Standorte, z.B. in Bern und Luzern) bieten Designerstücke zu einem Bruchteil des Neupreises. Eine Burberry-Trenchcoat für 80 Franken statt 1500? Keine Utopie, sondern Realität – wenn man weiss, wo man sucht.

Luxus bedeutet heute auch, sich von der Masse abzuheben. Während alle die gleichen Zara-Basics tragen, finden Sie in Brockenhäusern echte Raritäten: eine handgewebte Stola aus den 60ern, eine Lederjacke von Mammut aus der Gründerzeit oder ein Kleid von Butikar, einem Schweizer Label, das in den 80ern Massstäbe setzte. Diese Stücke sind nicht nur nachhaltig, sondern auch wertbeständig – manche werden sogar zu Investitionsobjekten. Secondhand ist der neue Luxus, weil er Verantwortung mit Persönlichkeit verbindet.

2. Die besten Anlaufstellen für Secondhand-Funde in der Schweiz

Die Schweiz ist ein Paradies für Secondhand-Liebhaber. Von traditionellen Brockenhäusern über Online-Plattformen bis hin zu pulsierenden Flohmärkten – hier wird jeder fündig. Damit Sie Ihre Jagd nach Schätzen effizient gestalten, habe ich die lukrativsten Quellen zusammengestellt.

Brockenhäuser mit Charakter

  • Brocki Bern (Länggasse): Das Sortiment reicht von antiken Möbeln bis zu Abendkleidern. Besonders lohnenswert: die wöchentlich wechselnde Modeabteilung im Untergeschoss. Tipp: Mittwochs wird neu eingeräumt.
  • Brocki Basel (Gellert): Hier finden Sie oft Designerstücke von Winsport oder Stüssy – Schweizer Labels, die für hochwertige Verarbeitung stehen. Die Preise sind moderat, und das Personal kennt die Ware.
  • Brocki Zürich (Hohlstrasse): Der Klassiker. Mit einer riesigen Auswahl an Kleidern, Schuhen und Accessoires. Achten Sie auf die farbigen Preisschilder – jeden ersten Samstag im Monat gibt es 50% Rabatt auf eine bestimmte Farbe.

Online-Plattformen für Schnäppchenjäger

  • Ricardo.ch: Mit über einer Million Anzeigen die grösste Schweizer Auktionsplattform. Filtern Sie nach «Secondhand Kleidung» und «Schweiz» – so vermeiden Sie hohe Versandkosten. Besonders spannend: Vintage-Lose von Sammlern.
  • Tutti.ch: Perfekt für lokale Funde. Geben Sie einfach Ihre Stadt ein und suchen Sie nach «Vintage Kleid» oder «Designer Tasche». Oft sind Verhandlungen möglich – und Sie können die Ware vor Ort begutachten.
  • Vintage-Instagram-Shops: Immer mehr Schweizer Curated-Stores wie @vintage_zurich oder @secondhand_bern bieten ihre Ware über Instagram an. Dort finden Sie handverlesene Stücke mit Geschichten.

Flohmärkte – das Erlebnis

Nichts geht über das Stöbern an einem sonnigen Samstagmorgen auf einem richtigen Flohmarkt. In der Schweiz bieten vor allem zwei Adressen ein besonderes Erlebnis:

  • Flohmarkt am Bürkliplatz, Zürich: Jeden Samstag von Mai bis Oktober. Hier treffen Sie auf professionelle Händler und private Verkäufer. Die Preise sind oft verhandelbar – ein geübtes Auge erkennt echte Schätze. Letzte Saison ergatterte jemand ein originales 70er-Jahre-Seidenkleid von Akris für 40 Franken.
  • Mauerpark-Flohmarkt, Basel: Findet monatlich statt (Termine auf baslerflohmarkt.ch). Das Publikum ist jung, die Atmosphäre entspannt. Hier lohnt sich der Fokus auf Accessoires – Gürtel, Taschen und Schals sind oft in hervorragendem Zustand.

3. So kombinieren Sie Secondhand-Stücke modern

vintage style outfit

Der grösste Fehler beim Secondhand-Kauf? Die gefundenen Teile isoliert zu betrachten. Stattdessen sollten Sie sie als Bausteine eines neuen Looks verstehen. Mit ein paar Tricks gelingt der Spagat zwischen Vintage und zeitgenössischem Chic.

Der Blazer aus den 80ern – neu interpretiert

Ein klassischer Schulterpolster-Blazer von Butikar oder Winsport sieht heute nicht mehr nach Business-Lady aus, sondern nach coolen Layering. Kombinieren Sie ihn mit einer schmalen Jeans und weissen Sneakern – der Kontrast zwischen strenger Schulter und lässigem Schuh wirkt sofort trendy. Dazu ein schlichtes T-Shirt von PKZ (das Schweizer Traditionshaus) und Sie haben ein Outfit, das auf dem Zürcher Niederdorf für Aufsehen sorgt. Noch mutiger: Tragen Sie den Blazer über einem Kleid – das Spiel mit Proportionen ist der Schlüssel.

Vintage und Basics: Die goldene Regel

  • Ein Seidenschal von der Brocki (oft findet man Hermès- oder Louis-Vuitton-Schals zu Spottpreisen) wird zum Hingucker, wenn Sie ihn locker um einen schlichten Rollkragenpulli binden. Achten Sie darauf, dass die restlichen Teile unaufdringlich sind – keine Musterkonflikte.
  • Ein Ledergürtel im Western-Stil (häufig auf Flohmärkten) setzt einen Akzent zu einer weissen Leinenhose. Die Kombination aus rustikalem Vintage und cleanem Basic funktioniert immer.
  • Ein besticktes Top aus den 70ern (oft aus Indien importiert, in Schweizer Brockis gelandet) unter einem schwarzen Blazer – das ist der perfekte Look für einen Abend im Kaufleuten oder im Exil in Zürich.

Besondere Stücke, die Akzente setzen

Manchmal reicht ein einziges Teil, um einem Outfit Persönlichkeit zu verleihen. Eine alte Lederjacke von Mammut (die Marke aus der Schweiz, bekannt für Outdoor-Qualität) hat eine Patina, die keine neue Jacke je erreicht. Kombinieren Sie sie mit einer Cashmere-Strickjacke und einer Cordhose – das ergibt einen luxuriösen, entspannten Look. Oder ein Seidenkleid aus den 70ern mit Blumenmuster: Tragen Sie es mit einer Lederjacke und Boots für einen Rock’n’Roll-Twist. Diese Stücke sind Investitionen in Ihr persönliches Stil-Statement.

4. Qualität erkennen: Worauf Sie beim Secondhand-Kauf achten sollten

Nicht jedes Secondhand-Stück ist ein Schatz. Damit Sie nicht auf abgetragene Ware hereinfallen, müssen Sie lernen, Qualität zu erkennen. Hier sind die entscheidenden Kriterien.

Stoffprüfung – der erste Griff

  • 100% Naturfasern (Wolle, Baumwolle, Seide, Leinen) sind langlebiger und altern schöner als Polyester. Ein Kaschmirpullover von Butikar aus den 90ern kann nach guter Pflege noch Jahrzehnte halten. Reiben Sie den Stoff zwischen den Fingern – fühlt er sich synthetisch an? Finger weg.
  • Mischgewebe sind nicht per se schlecht, aber achten Sie auf den Anteil: 70% Wolle, 30% Polyamid ist okay, 50% Acryl ist meist minderwertig. Auf dem Etikett (oft noch eingenäht) finden Sie die Zusammensetzung.

Nähte und Reissverschlüsse – die Schwachstellen

  • Drehen Sie das Kleidungsstück auf links. Lose Fäden oder ein defekter Reissverschluss sind Warnsignale. In Brockenhäusern wie dem Brocki Zürich können Sie oft um einen kleinen Preisnachlass bitten, wenn die Reparatur einfach ist.
  • Prüfen Sie die Knöpfe: Sind sie heil? Fehlende Knöpfe sind ein Indiz für schlechte Pflege. Originalknöpfe (oft mit Markenlogo) sind ein Zeichen für hochwertige Verarbeitung.

Marken erkennen – Schweizer Qualität

In der Schweiz haben wir einige Labels, die für exzellente Verarbeitung stehen. Wenn Sie diese auf Brockis entdecken, schlagen Sie zu:

  • Stüssy (zwar kalifornisch, aber in den 90ern auch in der Schweiz populär) – die T-Shirts und Kapuzenpullover sind oft in sehr gutem Zustand.
  • Butikar (Schweizer Avantgarde-Mode der 80er und 90er) – die Schnitte sind zeitlos, die Stoffe hochwertig.
  • Winsport (Schweizer Sportbekleidung) – robust, oft aus Baumwolle, ideal für lässige Looks.
  • Mammut – Outdoor-Klassiker, die ewig halten. Achten Sie auf die Nähte und Reissverschlüsse von YKK (japanische Qualität).

Tipp: Lernen Sie die Logos dieser Marken auswendig. Auf dem Flohmarkt am Bürkliplatz lohnt sich der Blick in die Ecken, wo die Händler weniger gut sortierte Ware stapeln. Dort finden sich wahre Perlen.

5. Nachhaltig stylen: Secondhand als Statement

Secondhand zu tragen ist mehr als eine Einkaufsstrategie – es ist eine Haltung. Und diese Haltung wollen Sie zeigen. Hier sind Wege, wie Sie Ihr Engagement sichtbar machen und andere inspirieren.

Stolz auf die Geschichte

Jedes Secondhand-Stück hat eine Vergangenheit. Erzählen Sie sie beim nächsten Dinner oder auf Instagram: «Diese Lederjacke gehörte einer Professorin aus Bern, die sie in den 80ern auf einer Reise nach Marokko kaufte.» Solche Geschichten machen Mode lebendig. Tragen Sie Ihre Vintage-Stücke mit Stolz – sie sind ein Zeichen dafür, dass Sie sich von der Wegwerf-Mentalität distanzieren. Ein guter Gesprächseinstieg ist auch: «Weisst du, wie viel CO2 dieses Kleid gespart hat?» – das macht Eindruck.

Kleidertausch statt Neukauf

Organisieren Sie regelmässige Kleidertauschpartys mit Freundinnen oder Kollegen. Der Ablauf ist einfach: Jede bringt 5–10 gut erhaltene Teile mit, die sie nicht mehr trägt. Dann wird getauscht. Einmal pro Quartal reicht, um den Kleiderschrank frisch zu halten, ohne neuen Konsum. In Zürich gibt es bereits organisierte Events wie den Kleidertausch im Kraftwerk oder private Runden. Tipp: Legen Sie Regeln fest – nur Kleidung in einwandfreiem Zustand, max. 3 Teile pro Person, Getränke und Snacks nicht vergessen. Mit dem Hashtag #tauschenstattkaufen machen Sie Ihre Aktion sichtbar.

Reparieren statt wegwerfen

Ein kaputter Reissverschluss oder ein Loch im Pulli? Kein Grund zum Wegwerfen. Die Schweiz hat ein dichtes Netz an Änderungsschneidereien. In Zürich empfehle ich die Änderungsschneiderei Seefeld (Seefeldstrasse 120) – hier werden auch Vintage-Stücke fachgerecht repariert. In Bern gibt es die Schneiderei Länggasse. Lassen Sie sich die Reparaturkosten sagen – oft sind es 20–50 Franken, und das Kleidungsstück hält weitere Jahre. Denken Sie daran: Reparieren ist die nachhaltigste Form des Konsums.

6. Jetzt selbst aktiv werden: Ihr Start in den Secondhand-Stil

Secondhand ist kein Trend, der vorbeigeht, sondern eine Lebenseinstellung. Und der Einstieg ist einfacher, als Sie denken. Also, worauf warten Sie? Besuchen Sie noch heute den Brocki Zürich an der Hohlstrasse oder stöbern Sie auf ricardo.ch – Ihr nachhaltiger Stil wartet bereits auf Sie.

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