Albert Kriemler verwandelte die St. Galler Stickerei-Manufaktur Akris in eine globale Luxusmarke. Erfahren Sie, wie Schweizer Handwerk und Minimalismus die Modewelt erobern.
Als Albert Kriemler 1981 die kreative Leitung des Familienunternehmens Akris übernahm, hätte kaum jemand geahnt, dass aus einem kleinen Stickerei-Betrieb in St. Gallen eine global gefeierte Luxusmarke werden würde. Heute zählt Akris zu den wenigen Schweizer Modehäusern, die auf den Laufstegen von Paris, in den Boutiquen von New York und selbst im Kleiderschrank von Michelle Obama eine feste Grösse sind. Mit einer einzigartigen Verbindung aus traditioneller St. Galler Stickerei und radikalem Minimalismus hat Kriemler eine Ästhetik geschaffen, die zeitlos und dennoch provokativ wirkt – ein stiller Revolutionär, der lieber über Stoffe als über Trends spricht.
1. Einleitung: Wie ein kleiner Modebetrieb aus St. Gallen die Welt eroberte



Albert Kriemler führte das Unternehmen Akris in dritter Generation zu Weltruhm, ohne je den Drang zu lauter Selbstdarstellung zu verspüren. Dabei begann alles in den 1920er-Jahren, als seine Grossmutter Alice Kriemler-Schoch in St. Gallen eine kleine Schürzen- und Schirmmanufaktur gründete. Doch erst Albert, der nach einem Studium an der École de la Chambre Syndicale de la Couture Parisienne in die Firma einstieg, gab dem Label seine unverkennbare Handschrift: klare Linien, lupenreine Verarbeitung und eine Prise konstruktiver Avantgarde. Heute ist Akris in über 40 Ländern erhältlich, mit eigenen Boutiquen in Paris, New York und Tokio. Der Erfolg basiert vor allem auf der virtuosen Synthese von traditioneller Schweizer Stickerei mit einem modernen, fast architektonischen Minimalismus. Kriemler selbst sagt: «Mode ist für mich kein Spiel mit Verzierungen, sondern die Suche nach perfekter Proportion und Materialwahrheit.»
2. Die Wurzeln: St. Galler Stickerei als Fundament
Um Kriemlers Arbeit zu verstehen, muss man nach St. Gallen blicken – jener Ostschweizer Stadt, die seit dem 19. Jahrhundert als Weltzentrum der Handstickerei gilt. Schon Alice Kriemler-Schoch nutzte die filigranen Techniken, um Schürzen und Spitzen zu fertigen. Albert Kriemler bewahrte dieses Erbe, indem er die Appenzeller Stickerei und andere regionale Handarbeitstraditionen in seine Haute-Couture-artigen Kollektionen integrierte. Er kooperiert bis heute mit lokalen Stickerei-Ateliers, die mit über hundert Jahre alten Maschinen arbeiten – und erfindet diese Techniken immer wieder neu. So entstehen Stoffe, die wie feinste Spinnweben wirken oder mit eingewebten Metallfäden schimmern. Kriemler selbst hat einmal gesagt: «Ohne die Stickerei von St. Gallen gäbe es kein Akris. Sie ist unsere DNA.»
Die folgende Liste zeigt, wie Albert Kriemler traditionelles Handwerk in moderne Kollektionen einwebt:
- Appenzeller Stickerei: Wird für transparente Ärmel oder subtile Muster auf Kleidern eingesetzt – ein Markenzeichen, das oft von Cate Blanchett auf dem roten Teppich getragen wurde.
- Laserschneidetechniken: In Zusammenarbeit mit Technologieunternehmen werden Stickereimuster digital präzise aus Leder oder Filz geschnitten, was an die Architektur von Peter Zumthor erinnert.
- Wiederverwendung von historischen Stickereibögen: Alte, ungenutzte Stickereimuster aus dem Firmenarchiv werden in limitierten Auflagen neu interpretiert – ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.
3. Designphilosophie: Minimalismus trifft auf Präzision

Kriemlers Entwürfe fallen durch eine beinahe mathematische Klarheit auf: Keine überflüssigen Nähte, kein wilder Print, nur edle Stoffe und perfekte Proportionen. Er selbst bezeichnet seinen Stil als «reduziert, aber nie asketisch». Inspiriert wird er nicht von Modetrends, sondern von Architekten wie Peter Zumthor oder Künstlern wie Thomas Ruff. So entstand etwa die Kollektion «Schattenlinie», die die Licht-Raum-Kompositionen Zumthors in fliessende Silhouetten übersetzte. Jedes Kleidungsstück wird in der Schweiz entworfen und zu grossen Teilen in Europa gefertigt – hauptsächlich in den eigenen Ateliers in St. Gallen sowie in Italien. Diese Nähe zur Produktion garantiert nicht nur höchste Qualität, sondern auch eine bemerkenswerte Nachhaltigkeit: Jeder Trenchcoat, jede Hose wird in Kleinserien hergestellt, oft auf Bestellung, um Überproduktion zu vermeiden.
Wer den Akris-Stil in den eigenen Alltag holen möchte, kann sich an diesen handlungstarken Tipps orientieren:
- Setzen Sie auf monochrome Basics: Ein Akris-Blazer in Asphaltgrau oder Marine kombiniert mit einer schmalen Hose aus japanischer Baumwolle wirkt sofort elegant – ohne Aufwand.
- Investieren Sie in ein Statement-Stück: Der «Akris Cube»-Trenchcoat (siehe Fazit) oder ein Kleid mit eingewebter Stickerei sind zeitlose Klassiker, die nie aus der Mode kommen.
- Achten Sie auf die Passform: Kriemler schneidert seine Teile oft asymmetrisch oder mit überraschenden Faltenwürfen – probieren Sie vor dem Kauf an, denn die Silhouette wirkt am Körper ganz anders als auf dem Bügel.
4. Internationale Erfolge: Von Hollywood bis ins Weisse Haus


Wer die A-Liste der Prominenz nach Schweizer Mode absucht, stösst unweigerlich auf Akris. Michelle Obama trug mehrfach Akris, darunter ein feuerrotes Kleid mit Stickerei beim Staatsbankett 2016 – ein Bild, das um die Welt ging. Die ehemalige First Lady schätzt die Kombination aus Zurückhaltung und Kraft, die Kriemlers Entwürfe ausstrahlen. Auch Angelina Jolie, Cate Blanchett und Kate Winslet setzen regelmässig auf Akris auf dem roten Teppich. Neuerdings ist das Label auch bei Königshäusern beliebt: Königin Máxima der Niederlande ist eine treue Trägerin von Akris-Kostümen und -Kleidern. Die Marke verbindet Royals mit Filmstars – eine seltene Mischung, die für ihre universelle Eleganz spricht. Kriemler selbst bleibt bescheiden: «Ich entwerfe für Frauen mit Haltung – ob First Lady oder Künstlerin, das ist mir gleich wichtig.»
5. Nachhaltigkeit und Innovation: Die Zukunft der Schweizer Mode
Lange bevor «Nachhaltigkeit» zum Mode-Buzzword wurde, lebte Akris sie bereits. Weil die Kollektionen in der Schweiz und Italien produziert werden, sind die Transportwege kurz. Zudem verwendet Kriemler zunehmend rezyklierte Fasern, Bio-Baumwolle und zertifizierte Wolle. Ein Meilenstein war die Lancierung der «Akris Circle»-Initiative im Jahr 2019: ein System, das Kunden einlädt, alte Akris-Stücke zurückzugeben. Diese werden entweder aufgearbeitet und als Vintage verkauft oder zu neuen Stoffen recycelt. Auch die Verpackungen sind plastikfrei, und die Stickerei-Ateliers nutzen energieeffiziente Maschinen. Kriemler treibt die Innovation weiter: In der Kollektion 2025 debütierte ein Mantel aus «Piñatex» – einem Lederalternativ aus Ananasfasern. Schweizer Mode kann also nicht nur schön, sondern auch zukunftsorientiert sein.
6. Fazit: So integrieren Sie den Akris-Stil in Ihren Alltag
Albert Kriemler hat bewiesen, dass Luxus und Zurückhaltung kein Widerspruch sind. Sein Ansatz lässt sich auf jeden Kleiderschrank übertragen: Investieren Sie in wenige, aber herausragende Stücke. Beginnen Sie mit dem ikonischen «Akris Cube»-Trenchcoat – eine architektonische Interpretation des Klassikers, die nie aus der Mode kommt. Oder wählen Sie eine massgeschneiderte Hose aus dem «Akris Point»-Programm, das in verschiedenen Stoffen und Passformen vor Ort angefertigt wird. Kombinieren Sie diese Teile mit schlichter Seide oder feinem Kaschmir – weniger ist hier wirklich mehr. Besuchen Sie den Akris-Store in Zürich an der Bahnhofstrasse oder stöbern Sie online auf akris.com. Die Kollektion ist eine Einladung, Stil nicht als Status, sondern als Haltung zu verstehen: präzise, leise, revolutionär.
Hinweis: Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Akris-Atelier St. Gallen. Alle genannten Stücke sind in limitierter Auflage erhältlich.



