Entdecken Sie in unserem ausführlichen Artikel, welche Schweizer Make-up-Marken auf Nachhaltigkeit setzen, wie Sie eine Zero-Waste-Routine umsetzen und worauf Sie bei Inhaltsstoffen achten sollten.
Stellen Sie sich vor, Sie öffnen Ihre Make-up-Tasche und jedes Produkt darin erzählt eine Geschichte von Verantwortung – nicht nur gegenüber Ihrer Haut, sondern auch gegenüber der Umwelt. In einer Zeit, in der die Schweiz pro Kopf jährlich über 700 Kilogramm Abfall produziert, wird die Frage nach nachhaltiger Kosmetik immer lauter. Laut einer aktuellen Umfrage von Swico achten bereits 58 Prozent der Schweizerinnen bei Make-up bewusst auf Nachhaltigkeit – doch der Weg zu einer wirklich umweltfreundlichen Beauty-Routine ist oft mit Fragezeichen gespickt. Welche Marken aus der Schweiz setzen Massstäbe? Wie gelingt der Umstieg auf Zero Waste, ohne auf Qualität zu verzichten? Und welche Inhaltsstoffe sollten Sie meiden? Tauchen Sie mit uns ein in die Welt des nachhaltigen Make-ups – praxisnah, ehrlich und mit konkreten Tipps für Ihren Alltag.
Warum nachhaltiges Make-up in der Schweiz immer wichtiger wird



Die Beauty-Industrie steht weltweit unter Druck – und das zu Recht. Eine Studie von Greenpeace Schweiz belegt, dass 72 Prozent aller herkömmlichen Kosmetikprodukte Mikroplastik enthalten. Diese winzigen Partikel gelangen über das Abwasser in unsere Seen und Flüsse, wo sie von Fischen aufgenommen werden und letztlich in unserer Nahrungskette landen. Die Schweiz als Wasserschloss Europas trägt eine besondere Verantwortung: Rund 14’000 Tonnen Plastik gelangen jährlich in die Schweizer Umwelt – ein erheblicher Teil davon stammt aus Kosmetika.
Das Bewusstsein in der Bevölkerung wächst. Die Swico-Umfrage zeigt nicht nur, dass 58 Prozent der Schweizerinnen auf Nachhaltigkeit achten, sondern auch dass jede dritte Frau bereit ist, für umweltfreundliche Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Drogerien reagieren: Coop und Migros bauen ihr Sortiment an nachhaltigen Marken kontinuierlich aus. Coop führt seit 2023 die Eigenmarke «Naturaline» mit plastikfreien Verpackungen, Migros setzt auf Refill-Stationen in ausgewählten Filialen. Parallel dazu entstehen immer mehr unabhängige Läden wie der Zero-Waste-Shop «Fillup» in Zürich, der Kosmetika lose anbietet – ein klares Zeichen, dass Nachfrage und Angebot sich endlich treffen.
Diese Schweizer Make-up-Marken setzen auf Nachhaltigkeit
Die Schweiz mag klein sein, doch sie beherbergt einige der innovativsten Kosmetikmarken, die Nachhaltigkeit nicht als Trend, sondern als Kernphilosophie verstehen. Hier drei Beispiele, die in Sachen Umweltbewusstsein und Qualität Massstäbe setzen.
Mavala – Genfer Pionierarbeit mit der «Mava Pure»-Linie
Die Genfer Marke Mavala ist seit 1948 ein Begriff für hochwertige Nagelpflege und dekorative Kosmetik. Mit der Linie «Mava Pure» geht das Unternehmen einen entscheidenden Schritt weiter: Alle Produkte dieser Reihe kommen ohne Mikroplastik aus, werden in recycelbaren Verpackungen angeboten und enthalten zu 100 Prozent natürliche Inhaltsstoffe. Besonders hervorzuheben ist das Augenbrauengel von Mavala, das als mikroplastikfrei zertifiziert ist und bei Manor erhältlich ist. Die Marke bietet zudem Nachfüllpackungen für Lidschatten und Puder an – ein Paradebeispiel für Kreislaufwirtschaft.
- Mava Pure Lipstick: Lippenstift ohne Mineralöle, Fair-Trade-Kakaobutter, Verpackung aus recyceltem Karton (erhältlich bei Manor und Coop)
- Mava Pure Mascara: wasserfest ohne Silikone, Bürste aus nachwachsenden Rohstoffen, Refill-Möglichkeit ab Sommer 2025
- Mavala Refill Compact: Nachfüllsystem für Lidschatten und Puder, reduziert Verpackungsmüll um 70 Prozent
Weleda – Naturkosmetik aus Arlesheim mit Fair-Trade-Siegel
Weleda, mit Hauptsitz in Arlesheim, ist in der Schweiz seit Jahrzehnten eine feste Grösse. Die Marke verwendet ausschliesslich biologische Inhaltsstoffe und Fair-Trade-Rohstoffe – das Lippenstift-Sortiment enthält beispielsweise Sheabutter aus fairem Handel. Die NATRUE-Zertifizierung bestätigt, dass sämtliche Produkte ohne synthetische Duftstoffe, Paraffine oder Silikone auskommen. Besonders beliebt ist der Weleda Lipstick in «Rose de Soie» (24 CHF), der nicht nur pflegt, sondern auch in einer nachhaltigen Kartonverpackung daherkommt.
- Lidschatten-Quartett: in einer kompakten Metall-Dose, Farben auf Mineralbasis, biologisch abbaubar (erhältlich in der Migros)
- Weleda Reinigungsmilch: mit Bio-Mandelöl, 200 ml Glasflasche, 16 CHF, biologisch abbaubar und plastikfrei
- Weleda Eye Pencil: ohne Mikroplastik, inklusive Spitzer aus recyceltem Kunststoff
Alpina Kosmetik – regionale Zutaten aus dem Urnerland
Die junge Marke aus Altdorf (UR) zeigt, wie regionale Produktion und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Alpina Kosmetik setzt auf Zutaten aus den Schweizer Alpen – etwa Arnikablüten und Alpengras – und verzichtet komplett auf Palmöl. Der Lippenbalsam in Bambusdose (12 CHF) ist ein Bestseller und wird in Handarbeit abgefüllt. Die Marke arbeitet mit lokalen Imkern für Bienenwachs zusammen und kompensiert ihre CO₂-Emissionen durch die Pflanzung von Bäumen im Urner Wald.
- Alpina Lip Balm: Bambusdose, 8 g, mit Bio-Lavendelöl aus dem Wallis
- Alpina Compact Powder: lose in wiederverwendbarer Dose, nachfüllbar
- Alpina Bronzer: auf Mineralbasis, ohne Talkum und Titandioxid
So gelingt Ihre Zero-Waste-Make-up-Routine

Nachhaltigkeit beginnt nicht erst beim Kauf, sondern bereits bei der täglichen Anwendung. Mit diesen fünf konkreten Schritten reduzieren Sie Abfall ohne Qualitätseinbusse.
Einwegprodukte durch wiederverwendbare Alternativen ersetzen
Abschminkpads aus Baumwolle sind ein klassischer Müllfaktor. Wechseln Sie auf waschbare Baumwollpads von Swiss Cotton (ab 14 CHF), die aus biologisch angebauter Schweizer Baumwolle bestehen. Sie halten bis zu 300 Waschgänge und schonen die Haut. Auch wiederverwendbare Tiegel und Spatel aus Bambus, erhältlich bei Fillup in Zürich, ersetzen Einwegartikel. Ein weiteres Must-have sind Abschminktücher aus Schweizer Bio-Baumwolle – etwa von der Marke Swiss Cotton (Set mit 5 Tüchern, 29 CHF). Sie sind nicht nur effektiv, sondern auch hautfreundlich.
Nachfüllpackungen nutzen – weniger Verpackung, mehr Wirkung
Viele Hersteller bieten inzwischen Refill-Optionen an. Mavala hat ein eigenes Refill-System für Lidschatten und Puder: Sie kaufen einmal die stabile Metalldose und anschliessend nur noch die Nachfüllpatronen. Das reduziert den Verpackungsabfall um bis zu 70 Prozent. Auch Weleda führt nach und nach Refill-Stationen in ausgewählten Drogeriemärkten ein – fragen Sie in Ihrer Filiale von Manor oder Coop nach. Ein Tipp aus der Community: Kaufen Sie Foundation und Concealer im Tiegel statt in der Tube – so lassen sie sich restlos aufbrauchen.
DIY-Ideen für mutige Beauty-Fans
Wer es ganz konsequent mag, kann einzelne Produkte selbst herstellen. Ein einfaches Lippenpeeling aus braunem Zucker und Bio-Kokosöl (beides im Unverpackt-Laden erhältlich) spart nicht nur Verpackung, sondern pflegt auch. Oder mischen Sie Ihren eigenen Lidschatten aus Pigmentpulvern und Jojobaöl – und bewahren Sie ihn in einem leeren Weleda-Tiegel auf. Auch der selbstgemachte Highlighter aus Kakaobutter und Glitzer aus Algen (statt Plastikglitzer) ist ein echter Hingucker.
Worauf Sie bei Inhaltsstoffen achten sollten


Nicht jede Verpackung aus Glas ist automatisch nachhaltig – der Inhalt muss mitspielen. Mit diesen drei Kriterien erkennen Sie umweltfreundliche Formulierungen.
Mikroplastik, Paraffine und Silikone meiden
Die INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) verrät alles. Achten Sie auf Bezeichnungen wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polyamid (Nylon-12) – das sind versteckte Kunststoffe. Auch Paraffinum Liquidum und Dimethicone gehören auf die rote Liste. Stattdessen bevorzugen Sie Inhaltsstoffe wie pflanzliche Öle, Bienenwachs oder Tonerde. Das Augenbrauengel von Mavala (bei Manor, ca. 18 CHF) ist ein gutes Beispiel für ein mikroplastikfreies Produkt.
Siegel und Zertifikate als Wegweiser
Das NATRUE-Siegel zertifiziert natürliche Kosmetik nach strengen Kriterien – alle Weleda-Produkte tragen es. Aber auch das ECOCERT-Siegel und das Vegan-Blatt geben Sicherheit. Achtung: Nicht jedes grüne Blatt auf der Verpackung ist ein offizielles Siegel. Informieren Sie sich auf der Website des Herstellers. Ein weiteres wichtiges Siegel für die Schweiz ist das «Kosmos»-Zertifikat der Stiftung für Konsumentenschutz, das auf Mikroplastikfreiheit prüft.
Konkrete Produktempfehlungen mit sauberen INCI-Listen
- Weleda Lipstick – INCI ohne Paraffine, Silikone und synthetische Farbstoffe: enthält Sheabutter, Jojobaöl und Carnaubawachs
- Mavala Mava Pure Mascara – ohne PE, PP, und mit pflanzlichem Glycerin
- Alpina Lip Balm – nur drei Zutaten: Bienenwachs, Kokosöl, ätherisches Öl
Nachhaltige Make-up-Entfernung für empfindliche Haut
Die Reinigung ist der erste Schritt jeder Pflegeroutine – und eine grosse Chance, Müll zu sparen. Diese drei Produkte und Materialien sind besonders hautschonend und umweltfreundlich.
Mavala Mizellenwasser in Glasflasche
Das Mavala Mizellenwasser (500 ml, 29 CHF) kommt in einer wiederverwendbaren Glasflasche und reinigt Make-up sowie Schmutzpartikel ohne Tenside. Es ist für empfindliche Haut geeignet und hinterlässt keine Rückstände. Dank der praktischen Pumpe lässt es sich dosieren – und die Flasche kann nach Gebrauch als Vorratsbehälter für selbstgemachte Reinigungslotion dienen.
Weleda Reinigungsmilch mit Bio-Mandelöl
Die Weleda Reinigungsmilch (200 ml, 16 CHF) ist eine milde Alternative zu Mizellenwasser. Sie enthält Bio-Mandelöl, das die Haut pflegt und gleichzeitig Make-up löst. Die Milch ist biologisch abbaubar und kommt in einer Flasche aus PCR-Kunststoff (Rezyklat). Sie ist im Reformhaus und bei Coop erhältlich.
Waschbare Abschminktücher aus Schweizer Bio-Baumwolle
Ergänzen Sie Ihre Routine mit waschbaren Abschminktüchern von Swiss Cotton (Set mit 5 Tüchern, 29 CHF). Diese sind aus zertifizierter Bio-Baumwolle aus der Schweiz gefertigt und können bei 60 Grad gewaschen werden. Sie ersetzen bis zu 500 Einwegpads pro Jahr – eine enorme Müllreduktion. Ein Tipp: Feuchten Sie das Tuch vor der Reinigung mit warmem Wasser an, dann lösen sich selbst wasserfeste Mascara-Reste.
Jetzt ausprobieren: Ihr nachhaltiger Make-up-Favorit
Nachhaltigkeit ist kein Verzicht, sondern eine bewusste Wahl. Sie haben jetzt die wichtigsten Marken, Produkte und Routinen kennengelernt – aber das Wissen allein verändert nichts. Starten Sie mit einem kleinen Schritt: Testen Sie einen Lippenstift von Weleda (die Farbe «Rose de Soie» passt zu fast jedem Hautton) oder ein Puder von Mavala aus der Mava-Pure-Linie. Beides ist bei Manor, Coop oder im Online-Shop der Marken erhältlich.
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