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Clean Beauty: Welche Siegel in der Schweiz wirklich halten
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Clean Beauty: Welche Siegel in der Schweiz wirklich halten

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Clean Beauty ist mehr als ein Trend. Erfahren Sie, welche Zertifikate in der Schweiz halten und lernen Sie regionale Marken kennen – für eine bewusste Pflegeroutine.

Clean Beauty ist in aller Mund – doch wer wirklich verstehen will, welche Versprechen halten und welche nur schöne Worte sind, braucht einen klaren Kompass. Sie stehen im Drogerieregal, das Etikett flüstert «frei von Parabenen», «natürlich» oder «Clean Beauty». Aber was bedeutet das konkret? Ohne verbindliche Definition ist der Begriff ein Paradies für Marketingleute. In der Schweiz, wo wir für Qualität und Transparenz bekannt sind, lohnt sich der genaue Blick. Dieser Artikel entlarvt die wichtigsten Siegel, stellt inspirierende Schweizer Marken vor und gibt Ihnen das Rüstzeug, um Greenwashing zu durchschauen. Denn echte Clean Beauty ist nicht nur ein Trend – sie ist eine Haltung, die mit fundiertem Wissen beginnt.

1. Was bedeutet Clean Beauty überhaupt?

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Clean Beauty verspricht Produkte ohne umstrittene Inhaltsstoffe wie Parabene, Silikone oder Mikroplastik. Die Idee klingt verlockend: Hautpflege, die weder der Gesundheit noch der Umwelt schadet. Doch der Begriff ist rechtlich nicht geschützt – viele Marken nutzen ihn als reines Marketing. Ein Produkt kann sich «Clean Beauty» nennen, selbst wenn es synthetische Duftstoffe oder Konservierungsmittel enthält, die nicht mal ansatzweise «clean» sind.

In der Schweiz wird Clean Beauty oft mit etablierten Naturkosmetik-Zertifikaten gleichgesetzt. Die drei wichtigsten sind Natrue, BDIH und Cosmos. Sie legen fest, welche Inhaltsstoffe erlaubt sind und welche nicht. Anders als das Label «Clean Beauty» unterliegen diese Siegel strengen Kontrollen. Wer also wirklich auf Nummer sicher gehen will, sollte nicht auf den Begriff allein, sondern auf die Prüfzeichen achten.

2. Die wichtigsten Clean-Beauty-Zertifikate in der Schweiz

Natrue – der Goldstandard für Naturkosmetik

Natrue ist ein internationaler Standard, der von Naturkosmetik-Herstellern entwickelt wurde. Er vergibt Siegel in drei Stufen: «zertifizierte Naturkosmetik» (mindestens 70 % natürliche Inhaltsstoffe), «Bio-Kosmetik» (mindestens 70 % Bio-Anteil der natürlichen Inhaltsstoffe) und «Bio-zertifiziert» (95 % Bio). Für Clean Beauty bedeutet das: Keine Parabene, keine synthetischen Duftstoffe, keine Mikroplastik. In der Schweiz tragen über 200 Produkte das Natrue-Siegel – darunter bekannte Marken wie Weleda, Dr. Hauschka und das Schweizer Unternehmen Rabenfels.

BDIH – kontrollierte Naturkosmetik aus Deutschland, aber in der Schweiz weit verbreitet

Das BDIH-Siegel (Bund Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen) ist ebenfalls streng: Es verbietet Mikroplastik, Parabene, Mineralöle und synthetische Duftstoffe. Zudem wird auf Tierversuche verzichtet. In der Schweiz sind laut aktuellen Zahlen über 500 Produkte mit BDIH zertifiziert, die bei Coop, Migros und in Reformhäusern erhältlich sind. Ein Beispiel: Die Pflegeserie von Swiss Natural Life aus Luzern trägt das BDIH-Siegel und setzt auf Extrakte aus dem Muotathal.

Cosmos Organic – der EU-weite Standard mit Schweizer Schub

Cosmos ist der gemeinsame Standard der europäischen Naturkosmetik-Verbände. Er unterscheidet Cosmos Natural und Cosmos Organic. Letzterer verlangt mindestens 95 % Bio-Anteil der natürlichen Rohstoffe. In der Schweiz fördern Coop und Migros diesen Standard aktiv. Die Eigenmarke Coop Naturaline beispielsweise setzt auf Cosmos Organic. Auch die Waadtländer Marke La Vallée ist COSMOS Organic zertifiziert – und wurde im aktuellen Swiss Beauty Report 2023 zum Testsieger in der Kategorie Feuchtigkeitspflege gekürt.

3. Schweizer Clean-Beauty-Marken auf dem Prüfstand

Die Schweiz bietet eine beeindruckende Dichte an Clean-Beauty-Pionieren. Drei Marken zeigen, wie regionale Rohstoffe, strenge Zertifikate und innovative Rezepturen zusammenspielen.

Rabenfels (Zürich) – Getreideöl aus Schweizer Bio-Getreide

Rabenfels hat sich auf Getreideöle spezialisiert, die aus Schweizer Bio-Getreide gewonnen werden – etwa aus Weizenkeimen oder Roggen. Alle Produkte sind Natrue-zertifiziert. Besonders bemerkenswert: Die Verpackung besteht aus regionalem Glas, das in der Zentralschweiz hergestellt wird. Ihr «Weizenkeimöl Intensiv» ist ein Tipp für trockene Haut und kommt komplett ohne Zusatzstoffe aus.

Swiss Natural Life (Luzern) – Bio-Fichtenextrakte aus dem Muotathal

Swiss Natural Life verbindet Tradition mit Moderne. Ihre Gesichtscreme enthält Bio-Fichtenextrakte, die von einer Kooperative im Muotathal (Schwyz) stammen. Das Produkt trägt das BDIH-Siegel und ist zudem vegan. Die Fichtennadeln werden von Hand geerntet und schonend verarbeitet – ein echtes Stück Schweizer Alpenkosmetik.

La Vallée (Waadt) – Alpenpflanzenkosmetik mit Testspitze

La Vallée setzt auf reine Alpenpflanzen – von Edelweiss bis zu Gletscherrosen. Alle Produkte sind COSMOS Organic zertifiziert. Laut Swiss Beauty Report 2023 belegte die Marke den Testsieg in der Kategorie Feuchtigungscremes. Besonders die «Alpine Moisture Cream» überzeugte mit ihrer leichten Textur und dem hohen Bio-Anteil. Wer auf der Suche nach einer luxuriösen, aber sauberen Pflege ist, liegt hier richtig.

4. Greenwashing erkennen: So durchschauen Sie falsche Clean-Versprechen

Clean Beauty ist ein Milliardengeschäft – und damit auch ein Tummelplatz für Greenwashing. Um nicht auf leere Versprechen hereinzufallen, hilft ein kritischer Blick auf Details.

  • Achten Sie auf konkrete Siegel statt auf schwammige Begriffe wie «natürlich», «ohne Chemie» oder «Clean Beauty». Ein Siegel wie Natrue, BDIH oder Cosmos ist nachprüfbar. Fehlt es, sollten Sie skeptisch sein.
  • Prüfen Sie die INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients). Auch in der zertifizierten Naturkosmetik sind bis zu 20 % synthetische Inhaltsstoffe erlaubt (etwas zur Konservierung oder pH-Stabilisierung). Ein Produkt kann also Natrue-zertifiziert sein und trotzdem synthetische Stoffe enthalten. Das ist nicht per se schlecht, aber man sollte wissen, was drin ist.
  • Vorsicht bei Eigenmarken von Grossverteilern: Eine Studie von «K-Tipp» (2022) zeigte, dass 30 % der als Clean deklarierten Produkte bei Migros und Coop tatsächlich Parabene enthielten. Die Produkte waren zwar nicht mit einem Naturkosmetik-Siegel versehen, aber die Werbung erweckte den Eindruck von Reinheit. Also: Lassen Sie sich nicht von grossen «Clean»-Schriftzügen blenden.

Ein weiteres Indiz für Greenwashing sind übertriebene Umweltversprechen ohne Belege. Wenn eine Marke mit «klimaneutral» wirbt, aber kein Zertifikat (z.B. myclimate) nachweist, besser die Finger davon lassen.

5. Wie Sie Ihre eigene Clean-Beauty-Routine aufbauen

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Eine schlanke, saubere Routine ist nicht nur besser für Haut und Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel. Hier kommen konkrete Tipps für den Schweizer Alltag.

  • Setzen Sie auf Multitasking-Produkte. Das «All-in-One»-Öl von Swiss Oshadhi (Luzern) reinigt, pflegt und schützt – es ist vierfach zertifiziert: Natrue, BDIH, COSMOS und Vegan. Ein Produkt ersetzt Reinigungsmilch, Gesichtsserum und Tagescreme. Perfekt für Minimalisten und Menschen mit wenig Zeit.
  • Kaufen Sie regional und saisonal. Schweizer Bio-Hagebuttenöl ist im Herbst am frischesten, weil die Hagebutten dann reif sind. Im Frühling lohnt sich ein Alpenkräuter-Tonic mit Löwenzahn und Gänseblümchen – erhältlich bei Alpnacht aus Obwalden oder direkt vom Kräuterbauern auf dem Markt. Das reduziert Transportwege und unterstützt lokale Produzenten.
  • Testen Sie zuerst Proben. Viele Clean-Beauty-Marken wie Alpnacht (Obwalden) bieten Mini-Sets an. Sie können so verschiedene Produkte ausprobieren, bevor Sie eine volle Grösse kaufen. Das spart Geld und vermeidet Müll, falls die Creme nicht zu Ihrem Hauttyp passt.
  • Lesen Sie die INCI-Liste – aber nicht hektisch. Konzentrieren Sie sich auf die ersten fünf Inhaltsstoffe, denn sie machen den Hauptteil aus. Wenn dort «Paraffinum Liquidum» (Mineralöl) steht, ist das Produkt nicht Clean, auch wenn es ein hübsches Blatt auf der Verpackung hat.

6. Jetzt sind Sie dran: Teilen Sie Ihre Clean-Beauty-Funde

Clean Beauty lebt von der Community. Vielleicht haben Sie in einer kleinen Manufaktur im Tessin oder im Jura ein Produkt entdeckt, das mit einem der echten Siegel daherkommt und Ihr Hautbild verwandelt hat. Oder Sie kennen einen Geheimtipp, der noch nicht in den Regalen von Coop oder Migros liegt. Dann teilen Sie ihn mit uns!

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